Wir freuen uns sehr, berichten zu können, dass die Bauarbeiten am Munamba Vocational Institute vollständig abgeschlossen sind. Die neuen Gebäude wurden kürzlich feierlich an die Schulleitung und den Schulvorstand übergeben. Bereits in der ersten Woche nach der Eröffnung konnten mehr als 60 Auszubildende aufgenommen werden.

Entstanden sind drei Werkstätten, zwei Klassenräume, ein Lehrerzimmer, zwei Büros für die Schulleitung und die Verwaltung, ein Küchengebäude mit Vorratsraum sowie ein viertüriger Latrinenblock. Die Küche wurde mit energiesparenden Öfen ausgestattet, sodass Auszubildende und Lehrkräfte künftig mit einem Frühstück und einer warmen Mittagsmahlzeit versorgt werden können. Die Bauzeit verlief reibungslos und ohne nennenswerte Verzögerungen.

Hintergrund
Das Dorf Munamba, in dem wir bereits eine Grundschule bauen konnten, liegt an den südlichen Ausläufern des Mount Elgon im Namisindwa District im Osten Ugandas – einer abgelegenen und wenig entwickelten Region. Grundschulabgänger aus Munamba und den umliegenden Dörfern Nemba, Kaboyi und Sibembe hatten nach dem Abschluss der siebenklassigen Grundschule bislang keinen Zugang zu einer Berufsschule in erreichbarer Nähe. Da sich die meisten Familien von der Landwirtschaft ernähren, können sie ihre Kinder nicht auf weit entfernte, teure Internatsschulen schicken. Ohne eine Ausbildungsperspektive vor Ort heirateten viele Jugendliche früh oder versuchten ihr Glück als Gelegenheitsarbeiter in den Städten und im benachbarten Kenia – oft mit wenig Erfolg und großen gesundheitlichen sowie sozialen Risiken.

Fünf Ausbildungszweige

Das Munamba Vocational Institute bietet zunächst fünf Ausbildungszweige an: Blocklaying and Concrete Practise, Electrical Installation and Maintenance, Agricultural Practices and Production, Tailoring/Fashion/Design sowie Motorcycle and Vehicle Mechanics. Insgesamt ist die Schule auf 200 Jugendliche ausgelegt.
Angeboten werden sowohl einjährige praxisorientierte „On Skill“-Kurse für Jugendliche ohne Schulabschluss als auch staatlich anerkannte zweijährige UVTAB-Ausbildungen (Uganda Vocational and Technical Assessment Board). Beide Wege eröffnen den jungen Menschen die Chance, sich künftig selbst ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Tragfähig für die Zukunft
Die laufenden Kosten der Schule werden durch ein für Familien erschwingliches Schulgeld getragen, das bei Bedarf auch in Raten oder in Form von Naturalien gezahlt werden kann. Waisenkinder werden zusätzlich durch das Butiru Orphans Program von deutschen Pateneltern unterstützt. Damit steht die Munamba Vocational School auch langfristig auf einer soliden Grundlage.
Mit dem neuen Vocational Institute erhalten die Schulabgänger der Grundschulen Munamba, Nemba, Kaboyi und Sibembe erstmals die Möglichkeit, eine anerkannte Berufsausbildung direkt vor Ort zu absolvieren. Für die gesamte Region ist dies ein wichtiger Schritt hin zu mehr wirtschaftlicher Selbstständigkeit und besseren Zukunftsperspektiven für die junge Generation.
Die Stiftung Kinder in Afrika dankt herzlich ihren Spender:innen und der Projektförderung durch Bingo! Die Umweltlotterie für die Unterstützung, die den Bau dieser Schule ermöglicht hat, sowie Elisabeth Mwaka und Moses Mukanja für die Projekt- und Bauleitung vor Ort.
